Von WattRun · 12. Mai 2026

Off-Season-Plan: November/Dezember Aufbau — die wichtigsten Wochen des Jahres

Wenn die letzten Wettkämpfe vorbei sind, die Tage kürzer werden und der Herbst ins Land zieht, machen die meisten Hobbyfahrer zwei Fehler: Entweder sie hören komplett auf zu trainieren — oder sie machen einfach weiter wie zuvor. Beide Strategien kosten dich die nächste Saison.

Die Off-Season im November und Dezember ist die heimliche Schlüsselphase des Jahres. Hier legst du die Grundlagen, ohne die im Frühjahr alles auf Sand gebaut ist. Hier baust du Kraft auf, die im Sommer zu Watt wird. Hier erholst du dich strukturell von der Saison — körperlich und mental. Wer diese Wochen falsch nutzt, kämpft im April mit Müdigkeit, niedrigem FTP und Verletzungen.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du die Off-Season strukturierst — als ambitionierter Hobbyfahrer mit 6–12 Stunden Training pro Woche.

Was Off-Season wirklich bedeutet

Off-Season ist nicht "nichts tun". Off-Season ist strategische Vorbereitung auf das nächste Jahr. Das Ziel ist nicht maximale Form — sondern:

Wer das versteht, sieht die Off-Season nicht als "verlorene Zeit", sondern als das Fundament für alles, was danach kommt.

Die 3 Phasen der Off-Season

Eine sinnvolle Off-Season hat drei Phasen:

PhaseDauerSchwerpunkt
Transition2 WochenAktive Erholung, Stress-Abbau
Aufbau Kraft4 WochenKrafttraining, lockeres Radfahren
Aufbau Grundlage4 WochenVolumen, Z2, Übergang zur Base 1

Insgesamt etwa 10 Wochen zwischen Saisonende (Oktober) und Trainingsstart (Januar).

Phase 1: Transition (Wochen 1–2)

Ziel: Erholung. Körper und Kopf zur Ruhe kommen lassen.

Was du machst

Was du nicht machst

Wochenstruktur Beispiel

Wochenvolumen: 3–5 h, niedrige Intensität.

Tipps

Phase 2: Aufbau Kraft (Wochen 3–6)

Ziel: Strukturelle Anpassungen, Krafttraining priorisieren, Rad als Ergänzung.

Krafttraining: der Kern der Phase 2

Studien zeigen, dass Krafttraining über 8–12 Wochen die Wirtschaftlichkeit und Endspurt-Fähigkeit verbessert. Off-Season ist der ideale Zeitraum dafür.

Wochenstruktur Krafttraining:

Beispiel-Krafttrainingsplan

Tag A (Beine + Core):

Tag B (Beine + Rücken):

Wochenstruktur Phase 2

Wochenvolumen Rad: 7–8 h plus 2× Krafttraining.

Wichtige Hinweise zum Krafttraining

Phase 3: Aufbau Grundlage (Wochen 7–10)

Ziel: Volumen steigern, aerobe Basis ausbauen, sanfter Übergang in die Base-1-Phase im Januar.

Wochenstruktur Phase 3

Wochenvolumen: 9–11 h.

Zonen-Verteilung in Phase 3

Wichtig: Noch keine systematische Schwellenarbeit, noch keine VO2max-Intervalle. Das kommt im Januar.

Mental & Strukturelles: Die unsichtbaren Off-Season-Themen

Off-Season ist nicht nur Krafttraining und Z2-Fahren. Sie ist auch die Phase, in der du strukturelle Themen angehst:

1. Saisonziele festlegen

2. Bikefit & Ausrüstung

3. Schwachstellen-Arbeit

4. Mobilität & Position

Häufige Off-Season-Fehler

Fehler 1: Komplett aufhören

"Ich pausiere bis März" — heißt: Du baust Fitness, Muskulatur und Position ab. Im März fängst du bei Null an.

Fehler 2: Genauso weitertrainieren

Wer im November genauso viel und hart trainiert wie im Juli, kommt im April mit chronischer Müdigkeit, niedrigen Hormonwerten und mentaler Erschöpfung an.

Fehler 3: Zu schnell zu intensiv

Im Januar direkt mit VO2max-Intervallen einsteigen — ohne Grundlage. Resultat: Verletzungen, Plateau, frustriertes Frühjahr.

Fehler 4: Krafttraining auslassen

"Hab keine Zeit fürs Studio" — Studien sind eindeutig: Krafttraining bringt 2–5 % Leistungsgewinn bei sehr geringem Zeitaufwand. Off-Season ist die einzige Phase, in der du es schwer und progressiv aufbauen kannst.

Fehler 5: Gewicht "loswerden"

Off-Season ist nicht die Diät-Phase. Wer hier in Energiedefizit geht, kann Krafttraining nicht effektiv betreiben und sabotiert die Erholung. Gewichtsmanagement gehört in die Vorwettkampfphase — nicht hierhin.

Ernährung in der Off-Season

Indoor vs. Outdoor in der Off-Season

In Deutschland im November/Dezember oft eine Kompromissfrage:

Pragmatische Lösung: Werktags Indoor (kurze Einheiten, gezielte Inhalte), Wochenende möglichst draußen (lange Einheiten mit Tageslicht). MTB als Alternative bei schlechtem Wetter.

Tracking & Datenkontrolle

In der Off-Season sind Daten weniger wichtig als in der Saison — aber nicht irrelevant. Sinnvolle Tracking-Punkte:

Mit WattRun lässt sich die Off-Season strukturiert begleiten:

Übergang in die Saison: Was kommt nach Off-Season

Nach 10 Wochen Off-Season bist du bereit für Base 1:

Ab Januar geht's dann mit klassischer Periodisierung weiter: Base 1 → Base 2 → Build → Peak.

Fazit: Off-Season ist nicht Pause, sondern Investition

Die Off-Season ist die wichtigste Phase des Trainingsjahres — und gleichzeitig die unterschätzteste. Wer sie strategisch nutzt, baut Grundlagen, die ihn das ganze nächste Jahr tragen. Die Schlüsselpunkte:

Wer die Off-Season ignoriert, kämpft im Frühjahr. Wer sie nutzt, fliegt im Sommer.

Investiere jetzt — und ernte später.

WattRun strukturiert deine Off-Season

10 Wochen Transition + Krafttraining + Aufbau Grundlage. KI-Coach erkennt Erholungsphase vs. Aufbauphase und passt Workouts an.

Kostenlos starten →

Kostenlos · Kein Abo · Sofort loslegen

Häufige Fragen

Wie lang sollte die Off-Season sein?
Etwa 10 Wochen zwischen Saisonende (Oktober) und Trainingsstart (Januar). Bei kürzerer Saison ggf. 8 Wochen, bei sehr intensivem Wettkampfjahr bis 12 Wochen.
Soll ich in der Off-Season abnehmen?
Nein. Energiedefizit sabotiert Krafttraining-Adaptionen und Erholung. Gewichtsmanagement gehört in die Vorwettkampfphase, nicht in die Off-Season. Hier Kalorien ausgeglichen, Eiweiß hoch (1,8–2,0 g/kg).
Wie viel Krafttraining in Phase 2?
2× pro Woche 45–60 min, 4 Wochen lang. Erst 2 Wochen volumen-orientiert (10–12 Reps), dann 2 Wochen schwerer (5–8 Reps). Tag A Beine + Core, Tag B Beine + Rücken.
Darf ich in der Off-Season Cyclocross fahren?
Ja, wenn du Spaß dran hast — aber als Variation, nicht als Wettkampfziel. Cross-Rennen sind hochintensiv und passen nicht zur Erholungsphase. Lockeres MTB ist meist die bessere Variation.
Was tun, wenn ich keine Lust auf Krafttraining habe?
Eigengewichts-Programm zu Hause: Kniebeugen, Ausfallschritte, Plank, Liegestütz. Nicht maximale Reize wie Studio, aber besser als nichts. Studien zeigen 2–5 % Leistungsgewinn auch mit Eigengewichts-Programm.